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Erinnerungen an einen Roadtrip auf der Panamericana

| Johan van Rijswijck | |

Der Grenzübergang Paso Chungará zwischen Chile und Bolivien

Von 2011 bis 2012 unternahm ich zusammen mit 83 klassischen Volvos den Panamericana-Roadtrip. Während dieser Reise hielten wir unsere Erlebnisse fest, die wir später in dem Buch „Panamericana Roadtrip“ zusammengefasst haben. Einer meiner unvergesslichsten Reisetage überhaupt war der Grenzübergang zwischen Chile und Bolivien, und deshalb möchte ich ihn gerne noch einmal auf unserem Blog teilen.

Der große Tag: hoch in die Berge und mehr als fünfzig Jahre zurück in die Vergangenheit

„Am Mittwoch, dem 28. Dezember 2011, mussten wir eine Höhe von über 4600 Metern überwinden, wobei der höchste Punkt genau an der Grenze lag. Ein Grenzübergang sorgt bei vielen für Anspannung. Außerdem ist er meist gleichbedeutend mit endlosem Warten in stickigen Räumen mit nervtötend langsamen Beamten. Und wenn man in großer Höhe bei chronischem Sauerstoffmangel etwas unbedingt vermeiden sollte, dann sind es genau diese Anspannung und das Warten in stickigen Räumen, garniert mit einer Prise leichter bis starker Irritation.“

Außerdem glich das Überqueren dieser Grenze einer Reise in die Vergangenheit. Stellen Sie sich vor, Sie ziehen irgendwo in den Niederlanden quer über eine Straße eine Linie, und in dem Moment, in dem Sie diese überschreiten, stehen Sie mitten im ärmsten Teil Rumäniens. Um das Ganze noch zu krönen, hatte das chilenische Ministerium für Verkehr und Wasserwirtschaft beschlossen, einige Tage vor unserer Ankunft mit Straßenbauarbeiten auf den letzten 30 Kilometern unterhalb des Gipfels zu beginnen.

Es versprach ein aufregender Tag zu werden. In aller Frühe brachen wir unter den wohlwollenden Blicken lokaler Würdenträger nach Bolivien auf. Die ersten Kilometer verliefen reibungslos. Je höher wir kamen, desto schwerer hatten die Autos es. Dreißig Kilometer unterhalb des Gipfels begannen die Bauarbeiten. Es gab keinen Asphalt mehr, nur noch einen schmalen Streifen unbefestigter Straße. Inzwischen begann es leicht zu schneien. Die älteren Autos hatten es nun wirklich schwer. Man hatte kaum noch ein Auge für die atemberaubende Landschaft.

An der Grenze angekommen, lief alles alles andere als reibungslos. Papierkram, Chaos, wenig Sauerstoff – wir hatten es schwer. Nur spärlich gelangten die Menschen über die Grenze, und wieder war die Landschaft anders. Wir waren wirklich in der Zeit zurückgereist, und die Menschen sahen ganz anders aus. Die Straße war erstaunlich gut und verlief wie ein riesiges Band, das achtlos in eine ansonsten verlassene Landschaft geworfen worden war, durch eine spektakuläre und offene, aber grüne Berglandschaft. Oh, wie schön ist Bolivien!

Gegen Abend erreichten wir El Alto, den riesigen und chaotischen Vorort von La Paz, ohne zu ahnen, dass das Schlimmste dieses Tages noch bevorstand. Die zahlreichen Polizeieskorten konnten nicht verhindern, dass viele von uns im enormen Verkehrschaos stecken blieben. In den steilen Gassen überhitzten sich die Bremsen und die Kupplungsscheiben brannten durch. Um ein Uhr nachts waren alle drinnen, müde und erschöpft, aber mit einem Koffer voller Geschichten.

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