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Unterwegs im Tayrona-Nationalpark, Kolumbien

| Johan van Rijswijck | |

Aus dem Dschungel ertönt eine Kakophonie aus Geräuschen der Tiere, die inmitten der unendlichen Grünfläche erwachen, während der Morgentau den Wald wie ein Schleier umhüllt. Ich befinde mich am Rande des Tayrona-Nationalparks. Vom Dorf Calabazo aus brechen wir früh am Morgen zu einer beeindruckenden Wanderung durch den Nationalpark auf. Wir kaufen noch etwas Proviant ein und machen uns auf den Weg.

Die Heimat der Kogi-Indianer

Die erste Etappe führt uns in das Dorf Pueblito, eine Gemeinschaft der indigenen Kogi, einer der vier präkolumbianischen Kulturen, die im Tayrona-Nationalpark leben. Da wir früh, gegen sechs Uhr morgens, unsere Wanderung begonnen haben, sind wir die Einzigen auf dem Weg nach Pueblito. Wir genießen die relative Kühle, die uns die Morgendämmerung schenkt, und folgen dem Sandweg bergauf. Fast die gesamte Zeit wandern wir im Schatten des Regenwaldes und atmen die Düfte der umgebenden Blumen und Pflanzen ein. Unterwegs werden wir von einer kleinen Gruppe Kapuzineräffchen beobachtet, die uns mit Früchten bewerfen. Der Kapuzineräffchen ist eine der drei Affenarten, die in diesem Naturschutzgebiet vorkommen. Der rote Brüllaffe und der seltene Piché-Äffchen vervollständigen das Trio. Obwohl der Tayrona-Nationalpark mit knapp 400.000 Touristen der meistbesuchte Naturpark Kolumbiens ist, lohnt sich ein Besuch in diesem Gebiet auf jeden Fall. Neben den verspielten Affen lässt sich eine Vielzahl verschiedener Vogelarten beobachten, und es besteht sogar die Möglichkeit, einen Jaguar zu sehen, auch wenn die Chance dafür sehr gering ist.

Nach zwei Stunden Fußmarsch erreichen wir Pueblito. Hier ist es menschenleer. Laut unserem Reiseleiter sind die Einwohner gerade in den Wäldern oder auf ihren Feldern bei der Arbeit. Wir begrüßen einige Bewohner, die sich durch ihre weiße Tracht auszeichnen. Obwohl sie täglich mit der westlichen Welt in Kontakt stehen, wissen sie ihre Traditionen und Bräuche gut zu bewahren. Wir besichtigen ihre Häuser mit den charakteristischen runden Spitzdächern aus Palmblättern. Der Park wurde unter strengen Auflagen privatisiert. Die indigenen Kulturen können jederzeit beschließen, dass keine Touristen den Park betreten dürfen, weil sie eine Versammlung oder eine Veranstaltung abhalten, und jedes Jahr wird der Park irgendwann im Januar oder Februar für einige Wochen geschlossen, da er dann rituell gereinigt werden muss.

Die idyllischen Strände Kolumbiens

Wir wandern weiter und folgen der Route von Pueblito nach Cabo San Juan del Guia. Diese Route führt wieder bergab, wird aber dadurch nicht einfacher. Die Wanderung auf einem breiten Sandweg verwandelt sich mehr und mehr in ein Springen von Stein zu Stein. Dabei folgen wir einem kleinen Fluss in Richtung der Karibikküste. Unterwegs begegnen wir weiteren Touristen, die die Tour von Cabo San Juan del Guia nach Pueblito und zurück unternehmen. Nach einer Stunde Klettern und Kraxeln durch eine bezaubernd schöne Landschaft erreichen wir die Küste. Hier stürzt diese grüne Wildnis, die die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada mit der Karibikküste verbindet, ins azurblaue Meer, gelegentlich unterbrochen von idyllischen Stränden.

Mittlerweile steht die Sonne hoch am Himmel und es ist glühend heiß. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist so stark, dass wir unsere T-Shirts auswringen könnten. Am Playa del Cabo angekommen, nehmen wir ein erfrischendes Bad im herrlichen Meerwasser. Kurz darauf setzen wir unseren Weg zu den Tayrona Ecohabs fort. Dies ist die beste Unterkunftsmöglichkeit im Nationalpark. Sie besteht aus Villen an der Küste, die vom Regenwald umgeben sind und im Stil der traditionellen Häuser in Pueblito erbaut wurden. Die Wanderung zur Unterkunft dauert noch etwa eine Stunde, und die Route führt uns wieder über einen Sandweg, diesmal jedoch mit nur geringem Höhenunterschied. Der Weg führt uns abwechselnd durch den Wald und entlang der Küste, wobei wir einen herrlichen Blick auf weitläufige Strände haben.

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